KI-GENERIERTE BUSINESSFOTOS: 

WARUM ICH FINDE, DASS DEINE SICHTBARKEIT DICH AUCH WIRKLICH ZEIGEN SOLLTE

01, 10, 26 | 0 Kommentare

Autorin: Denise Claus

KI kann heute erstaunlich viel.

Wir können Bilder generieren, Räume verändern, Ideen visualisieren und innerhalb weniger Minuten Motive erschaffen, für die früher ein komplettes Shooting notwendig gewesen wäre. Und ich finde: Das ist spannend. Auch ich sehe viele Möglichkeiten darin und glaube nicht, dass wir künstliche Intelligenz grundsätzlich aus unserer visuellen Kommunikation verbannen müssen.

Trotzdem gibt es einen Bereich, bei dem ich persönlich sehr vorsichtig wäre: KI-generierte Fotos von uns selbst, die anschließend so eingesetzt werden, als wären sie echte Aufnahmen.

Gerade bei Selbstständigen, Unternehmerinnen und Personal Brands finde ich das schwierig.

Nicht, weil das Bild vielleicht schlecht aussieht. Im Gegenteil: Oft sieht es sogar ziemlich perfekt aus.

Vielleicht ein bisschen zu perfekt.

WIR KAUFEN NICHT NUR EINE LEISTUNG

Wenn du selbstständig bist, bist du häufig ein wichtiger Teil deiner eigenen Marke.

Menschen buchen nicht nur dein Angebot. Sie entscheiden sich auch für deine Art zu arbeiten, deine Persönlichkeit, deine Haltung und das Gefühl, das du ihnen vermittelst.

Das gilt für Coaches genauso wie für Beraterinnen, Kreative, Dienstleister, Therapeutinnen oder Unternehmerinnen, die selbst sichtbar für ihr Unternehmen stehen.

Bevor jemand Kontakt aufnimmt, passiert deshalb oft schon sehr viel.

Man sieht deine Website.
Man liest einen Beitrag.
Man schaut sich dein LinkedIn- oder Instagram-Profil an.
Und natürlich sieht man auch dich.

Bilder helfen dabei, ein erstes Gefühl für einen Menschen zu bekommen.

Und genau deshalb sind sie so wichtig.

WAS PASSIERT, WENN DAS BILD DICH GAR NICHT WIRKLICH ZEIGT?

Stell dir vor, jemand sieht auf deiner Website ein vermeintliches Foto von dir.

Die Person sieht deine Mimik, deine Kleidung, vielleicht sogar ein Büro oder eine Arbeitssituation. Sie entwickelt dadurch eine Vorstellung davon, wer ihr gleich gegenüberstehen wird.

Beim persönlichen Kennenlernen sieht alles plötzlich anders aus.

Nicht nur ein bisschen.

Vielleicht hat die KI Gesichtszüge verändert, die Haut perfektioniert, den Körper angepasst, Haare verändert oder eine Situation erschaffen, die es so nie gegeben hat.

Dann entsteht eine kleine Lücke zwischen dem Bild und der Realität.

Und genau diese Lücke finde ich bei einer persönlichen Marke problematisch.

Denn eigentlich sollen gute Businessfotos genau das Gegenteil bewirken:

Sie sollen dafür sorgen, dass Menschen das Gefühl haben, dich bereits ein Stück zu kennen.

Wenn jemand nach einem Shooting sagt: „Genau so kenne ich dich“, ist das für mich eines der schönsten Komplimente.

AUTHENTISCH BEDEUTET NICHT UNBEARBEITET

Authentizität wird dabei manchmal falsch verstanden.

Natürlich bearbeite ich meine Fotos. Ich optimiere Farben, Licht, Haut und Bildwirkung. Wir überlegen vorher, welche Kleidung passt, welche Location dein Business widerspiegelt und welche Situationen wir zeigen möchten.

Ein professionelles Businessfoto ist also genauso inszeniert.

Der entscheidende Unterschied ist für mich aber:

Die Person auf dem Bild bist immer noch du.

Dein Lachen ist deins.
Deine Haltung ist deine.
Deine Mimik entsteht in diesem Moment.
Und auch die kleinen Besonderheiten, die dich zu dir machen, bleiben erhalten.

Professionelle Fotografie soll dich nicht in eine andere Person verwandeln.

Sie soll dich so zeigen, dass du dich gerne damit präsentierst.

GERADE PERSONAL BRANDS LEBEN VON VERTRAUEN

Je persönlicher ein Business ist, desto wichtiger wird dieser Punkt.

Wenn Kund:innen direkt mit dir zusammenarbeiten, entsteht die Kaufentscheidung häufig nicht ausschließlich über Zahlen, Fakten und Leistungen.

Es geht auch um Vertrauen.

Passt die Person zu mir?
Fühle ich mich bei ihr gut aufgehoben?
Kann ich mir vorstellen, mit ihr zusammenzuarbeiten?

Bilder sind ein Teil dieser Entscheidung.

Deshalb finde ich es schwierig, ausgerechnet an dieser Stelle eine künstliche Version von sich selbst zu zeigen.

Wenn dein Business davon lebt, dass Menschen dir vertrauen, darf deine visuelle Kommunikation auch wirklich dichzeigen.

UND TROTZDEM KANN KI IN DER BILDWELT SINNVOLL SEIN

Für mich bedeutet das ausdrücklich nicht, dass KI-generierte Bilder grundsätzlich nichts in einem Business zu suchen haben.

Ich kann mir sehr viele sinnvolle Einsatzbereiche vorstellen.

Zum Beispiel für abstrakte Themen, Illustrationen, Moodboards, Konzeptideen, Hintergründe oder Inhalte, bei denen bewusst keine reale Situation dargestellt werden soll.

KI kann kreative Möglichkeiten eröffnen und Prozesse erleichtern.

Die entscheidende Frage ist für mich deshalb nicht:

„Ist das Bild mit KI entstanden?“

Sondern:

„Was vermittelt dieses Bild?“

Wenn ein KI-generiertes Bild eine Stimmung transportiert oder ein Thema visualisiert, ist das etwas völlig anderes, als eine künstlich erzeugte Version der eigenen Person als vermeintlich authentisches Businessportrait einzusetzen.

EIN ECHTES SHOOTING ZEIGT MEHR ALS EIN GESICHT

Ein gutes Businessshooting besteht außerdem nicht einfach daraus, eine Person vor eine Kamera zu stellen.

Vorher sprechen wir darüber, was du machst, welche Menschen du erreichen möchtest und wie du wahrgenommen werden willst.

Wir überlegen, welche Situationen typisch für deine Arbeit sind. Welche Details zu deinem Business gehören. Welche Location passt. Welche Bilder du für deine Website, Social Media oder Pressearbeit brauchst.

Und während des Shootings entstehen oft Momente, die vorher überhaupt nicht geplant waren.

Ein echtes Lachen.
Eine Bewegung.
Eine kleine Geste.
Ein Blick.

Genau diese Dinge machen Bilder lebendig.

Und sie lassen sich nicht vollständig planen – geschweige denn prompten.

DU MUSST AUF BUSINESSFOTOS NICHT PERFEKT AUSSEHEN

Vielleicht liegt genau hier auch einer der Gründe, warum KI-Portraits gerade so reizvoll sind.

Man kann sich eine vermeintlich perfekte Version von sich selbst erstellen lassen.

Das perfekte Licht.
Die perfekte Haut.
Die perfekte Figur.
Das perfekte Büro.
Die perfekte Situation.

Aber vielleicht brauchen wir für gute Sichtbarkeit gar nicht noch mehr Perfektion.

Vielleicht brauchen wir mehr Wiedererkennbarkeit.

Menschen sollen dich auf einem Event treffen und denken:

„Ach, dich kenne ich doch von deiner Website.“

Und nicht:

„Moment – bist du wirklich die Person von dem Foto?“

MEIN FAZIT

KI wird unsere Bildwelt verändern und sie wird auch in der professionellen Fotografie eine Rolle spielen.

Ich glaube deshalb nicht daran, sie grundsätzlich abzulehnen.

Aber gerade wenn du selbst das Gesicht deines Unternehmens bist, würde ich mir gut überlegen, welche Aufgabe deine Bilder erfüllen sollen.

Möchtest du eine perfekte Version von dir zeigen?

Oder möchtest du Vertrauen schaffen und den Menschen auf der anderen Seite ein echtes Gefühl dafür geben, mit wem sie später zusammenarbeiten werden?

Für mich ist genau das die Stärke guter Businessfotografie:

Du musst darauf nicht aussehen wie jemand anderes. Du solltest darauf aussehen wie du – nur so, wie du dich gerne zeigen möchtest.

Und vielleicht ist genau das heute wertvoller denn je.

HI, ICH BIN DENISE.

Ich bin Fotografin aus dem Raum Stuttgart und Ludwigsburg und seit 2016 selbstständig. Mein Schwerpunkt liegt auf Business- und Corporatefotografie – also auf Bildern, die Menschen, Unternehmen und ihre Arbeit authentisch zeigen.

Mir ist wichtig, dass Businessfotos nicht steif, austauschbar oder „zu perfekt“ wirken. Sie sollen zu dir passen, deine Persönlichkeit transportieren und dafür sorgen, dass sich Menschen schon vor dem ersten Kontakt ein echtes Bild von dir machen können.

Genau deshalb fotografiere ich lieber natürliche Situationen, echte Momente und eine Bildsprache, die professionell wirkt, ohne künstlich zu sein.

Wenn du dir für dein Business Fotos wünschst, auf denen du dich wirklich wiedererkennst, freue ich mich, von dir zu hören.

Hier geht’s zu meiner Website →

Portrait Denise Claus

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